NNACHTACHT
In einer dunklen Nacht blickte sie mit funkelnd nassen Augen hinaus. Schon vor einigen
Stunden hatte die Finste...
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Nacht

Published on: Mar 3, 2016
Published in: Economy & Finance      
Source: www.slideshare.net


Transcripts - Nacht

  • 1. NNACHTACHT In einer dunklen Nacht blickte sie mit funkelnd nassen Augen hinaus. Schon vor einigen Stunden hatte die Finsternis sich um die Sonne gewunden, sie am Horizont erloschen, wie die Flamme eines kleinen Teelichts. Nur der Mond blinzelte ihr durch die Schwärze der Nacht sein kaltes Licht zu. Sie spürte wie sie ein Teil dieser Dunkelheit wurde. Wie langsam der Schatten in ihr, in ihrem Herzen, wuchs und es mitsamt ihrer zerissenen Seele verschlang. Es hieß, die Zeit würde alle Wunden heilen. Doch hinterließ sie dabei hässliche Narben, die kaum zu verbergen waren. Sehnsüchtig blickte sie hinaus in den sternenlosen Himmel. Der Wunsch glücklich zu sein brannte tief in ihr. Der Wunsch endlich wieder ehrlich Lachen zu können, nie wieder ängstlich der Nacht entgegen zu treten, verbarg sich tief im Schatten ihres noch immer weinenden Herzens. Sie war Müde bis auf den Grund ihrer blutenden Seele. Nicht einmal Kraft zum schreien hatte sie noch. Zu schreien, gegen ihr Leid, welches sie Tag für Tag, Stück für Stück, zerbrach. Sie fühlte sich stets wie ein alberner Clown, mit bunter Farbe im Gesicht, die zu einem breiten Grinsen verschmiert war. Wie ein Clown, der lachend auf Kindergeburtstagen auftritt, schlechte Witze erzählte und sich von allen Umarmen ließ. Wie dieser dumme Clown, der überall dabei war um die Menschen zu Unterhalten und zum Lachen zu bringen. So wie dieser dumme, einfältige Clown, welcher innerlich gebrochen war, jedoch die fröhlich bunte Farbe in seinem Gesicht noch immer ein verschmiertes, breites Grinsen zeigte. Doch auch der Regen kam irgendwann. Die kalten Tropfen wischten die bunte Farbe aus ihrem Gesicht. Sie verlief hässlich auf ihrer Haut zu einem grimassenhaften Lachen, dann zu einer weinenden Fratze. Bis sie schließlich tropfend über ihr Kinn verlief, endgültig verwischte und ein ausdrucksloses Gesicht preisgab. Und in diesem Regen entflammte wieder ein kleines Feuer in ihrem Herzen. Ein kleines lichtspendendes, wärmendes Flämmchen, welches Tag für Tag ein wenig wuchs. Lange blieb dieses wärmende Gefühl in ihr vergessen, bis zu diesem einen, wahrhaft kurzen Augenblick, der ihr weinendes Herz wieder zum Lache brachte. Dunkle Schatten umspielten die lichterne Quelle. Rabenschwarze Schatten, welche sich wie schwere Balken über ihre Seele legten und so einen Teil von ihr in tiefer Finsternis verbarg. Einen Teil von ihr, der nie wieder das wärmende Licht der Sonne spüren solle. Ein Teil, der vergessen werden wollte. So sah sie sehnsüchtig in den sternenlosen Himmel, in der Hoffnung er würde, in diesem Augenblick genau das selbe empfinden wie sie. Dieses ebenso warme Gefühl, welches tief aus dem Inneren ihres zerschundenen Herzens kam. Und so sah sie, als pechschwarze Wolken den strahlenden Mond verstecken und die Nacht wieder vollkommen wurde, ein kleines, buntes Feuerwerk am Horizont den Himmel erleuchten. Diese Nacht, sie sollte wohl nicht finster bleiben.... © Hedda Rossa

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