Mit dem Theaterfestival "Polski Express 2" wendet sich das Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin
der Generation junger polnischer...
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polski express verbessert lucja de

Published on: Mar 4, 2016
Source: www.slideshare.net


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  • 1. Mit dem Theaterfestival "Polski Express 2" wendet sich das Hebbel am Ufer (HAU) in Berlin der Generation junger polnischer Autoren und Regisseure zu, die in den letzten Jahren an kleineren und größeren Stadttheatern Polens Furore machten. Neben Stücken wie "Die drei Stigmata des Palmer Eldritch" von Jan Klata oder "Lech Wałęsa" von Michał Zadara stehen Lesungen, Vorträge und Diskussionen auf dem Programm. Kennzeichnend für die Arbeit der in Berlin vertretenen Autoren und Regisseure sind eine sehr direkte Auseinandersetzung mit der postsozialistischen Situation und der Lebenswirklichkeit in Polen. Dies reicht hin bis zu einem gesellschaftlichen und politischen Engagement in ihren Stücken und Inszenierungen, sowie ihrer Abkehr von bzw. der Auseinandersetzung mit den polnischen Traditionen, wie z. B. der polnischen Romantik oder dem Mystizismus und Katholizismus. Themen sind das neue Polen, die aggressiven Begleiterscheinungen bei der Einführung des freien Marktes, Arbeitslosigkeit, Konkurrenzkampf, neue Armut und neuer Reichtum, die Krise der Familie, das Verhältnis von Kirche und Politik sowie Depression und Gewalt. So interpretiert Jan Klata mit seiner Inszenierung "Die drei Stigmata des Palmer Eldritch" den gleichnamigen Roman des Autors Philip K. Dick als eine ironische Sicht des heutigen Kapitalismus. Er erzählt von der Krise der westlichen Zivilisation, die mit Drogen und Popkultur gegen die geistige Leere kämpft und stellt die Frage nach dem gegenwärtigen Ort von Religion und Gott in der Gesellschaft. Klata selbst bezeichnet Dicks Buch in einem Interview der Gazeta Wyborcza vom 13.01.2006 als "eine sehr drastische Diagnose unserer Zeit". Es sei die Erzählung einer Kastengesellschaft, in der Geld eine riesige Rolle spielt und in alle zwischenmenschlichen Beziehungen eingreift. "Eine Gesellschaft des Hyperkonsums, in der man dafür lebt, mit seiner Zeit und seinem Geld weitere Phantome und Trugbilder anzutreiben", so Klata. Die jungen Regisseure des Festivals "Polski Express 2" beweisen stellvertretend für die gesamte Generation der dreißig- und vierzigjährigen Theatermacher, dass sich im polnischen Theater im Laufe der letzten 15 Jahre viel verändert hat. Doch wie genau hat es sich nach dem Fall des Kommunismus verändert? Und welche Bedeutung kommt dieser Verwandlung zu? Antworten auf diese Fragen gibt der Band "Öffentliche Strategien, private Strategien. Das polnische Theater 1990- 2005" – in Redaktion von Tomasz Plata (hrsg. Adam Mickiewicz-Institut) -, der am 8. April um 18:30 Uhr im HAU 1 erstmals vorgestellt wird. Festival "Polski Express 2" Berlin, Hebbel am Ufer Kasse: Tel.: 030-259 004-27, täglich 12-19 Uhr, Hallesches Ufer 32, Berlin www.hebbel-am-ufer.de Spielorte: • HAU 1, Stesemannstraße 29 • HAU 2, Hallesches Ufer 32 • HAU 3, Tempelhofer Ufer 10 Die Abendkassen an den Spielorten HAU 1, HAU 2 und HAU 3 öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Weitere Informationen zum Festival "Polski Express 2" erhalten Sie hier .

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