Wetterkapriolen sorgen für kleinere WeinernteExperten rechnen mit Einbußen von mehr als 10 Prozent / BesteQualitätsaussich...
Dabei hatte die Vegetationsphase nach einem langen und strengen Wintereine Woche später als im Vorjahr eingesetzt. Den Aus...
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Presse-Information_Wetterkapriolen-sorgen-für-kleinere-Ernte.pdf

[PDF] Pressemitteilung: Wetterkapriolen sorgen für kleinere Weinernte [http://www.lifepr.de?boxid=182694]
Published on: Mar 4, 2016
Source: www.slideshare.net


Transcripts - Presse-Information_Wetterkapriolen-sorgen-für-kleinere-Ernte.pdf

  • 1. Wetterkapriolen sorgen für kleinere WeinernteExperten rechnen mit Einbußen von mehr als 10 Prozent / BesteQualitätsaussichten / Lese für Federweißen hat begonnenNEUSTADT/WSTR. 18.8.2010 (pw.) Ein mengenmäßig großer Weinjahrgangwird 2010 auf keinen Fall, doch die Chancen auf eine herausragende Qualitätstehen bestens. „Wenn wir jetzt viele sonnige Spätsommertage bekommen, dannwird das wieder ein guter bis sehr guter Jahrgang“, freut sich der stellvertretendeVorsitzende der Pfalzwein-Werbung, Weinbaupräsident Edwin Schrank, bei dertraditionellen Weinlese-Eröffnung der Pfalz in der WinzergenossenschaftWeinbiet in Neustadt-Mußbach. Die Trauben sind kerngesund und auchausreichend mit Wasser versorgt. Schrank spricht deshalb wie Jürgen Oberhofervom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz von einem„normalen Jahr“. Allerdings wird die Erntemenge weit unter dem langjährigenMittel von 2,4 Millionen Hektoliter liegen. Die Experten rechnen mit einemMinus von weit mehr als zehn Prozent, das ergäbe für die Pfalz knapp zweiMillionen Hektoliter. Mehr als 4000 Hektar Weinberge wurden durch Hagelteilweise vollständig zerstört, eine Kältephase während der Blüte sowieWindbruch haben die Erträge weiter reduziert. Gerade Dornfelder hat durchWindbruch sehr gelitten, so dass sich Schrank schon jetzt sicher ist: „DerDornfelder wird dieses Jahr knapp werden.“ Das Gros der Weine, darin sind sichOberhofer und Schrank einig, werde von Frucht und Mineralität und einem ehermittleren Alkoholgehalt geprägt sein. Die niedrigen Erträge haben indes auch eine positive Seite: Trotz desdurchwachsenen Sommers sind die Mostgewichte in etwa so hoch wie imDurchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Anfang der Woche wurden bei denersten Reifemessungen 52 Grad beim Dornfelder, 53 Grad beim Müller-Thurgausowie 57 Grad beim Regent ermittelt. Die Experten führen das vergleichsweisehohe Mostgewicht auf den extrem sonnigen Juli und die lockere Traubenstrukturzurück.
  • 2. Dabei hatte die Vegetationsphase nach einem langen und strengen Wintereine Woche später als im Vorjahr eingesetzt. Den Austrieb der Rebsorte Rieslingnotierte das DLR Rheinpfalz am 22. April, einen Tag vor dem langjährigenMittel. Nach einem durchwachsenen Witterungsverlauf in den Folgemonatenkam auch die Rebblüte deutlich später als 2009. In Neustadt begann dieRieslingblüte am 13. Juni und lag damit, wie der Austrieb, nur einen Tag früherals im langjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr (Rieslingblüte am 1. Juni),aber auch im Vergleich zu den Jahrgängen 2000, 2003 und 2007 war dies einrecht später Termin. Mit der Blüte setzte eine kurze Kälteperiode mit niedrigenNachttemperaturen ein, so dass insbesondere beim Riesling deutlich wenigerBlüten als üblich befruchtet wurden. Diese „Verrieselungsschäden“ sind e i n Grund für die geringereMengenerwartung. Vor allem aber haben zwei schwere Unwetter die PfälzerWinzer hart getroffen und auf 17 % der pfälzischen Rebfläche erheblicheSchäden angerichtet. Am 9. Juni wurden südlich von Landau rund 2.500 HektarWeinberge verwüstet, davon 1.600 Hektar mit einer Schadensintensität von mehrals 70%. Am Tag darauf verursachte ein Unwetter mit Hagel bei GrünstadtSchäden auf rund 1.600 Hektar, auf 800 Hektar lag die Schadensquote über 70%. Mitte August präsentieren sich die Weinberge in einem vitalen Grün undmit einem gesunden, jedoch überschaubaren Behang. Da der Entwicklungsstandder Reben in etwa dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entspricht,sollte die reguläre Lese kaum später als in den Vorjahren, voraussichtlich in derzweiten Septemberhälfte, beginnen und weit in den Oktober hinein anhalten –bei einem schönen Altweiber-Sommer mit guten Aussichten auf eine erneutüberdurchschnittliche Weinqualität.

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